Ratgeber
Google-Unternehmensprofil für Ärzte: so nutzen Sie es richtig
Fast jede Praxis hat ein Google-Unternehmensprofil, oft ohne es je angefasst zu haben, denn Google legt Einträge auch von selbst an. Genau dort entscheiden aber viele Patienten, ob sie anrufen. Ein ungepflegtes Profil verschenkt diese Anfragen. Und: Die wichtigsten Stellschrauben sind in wenigen Stunden gedreht.
Welche Kategorie sollte meine Praxis bei Google wählen?
Wählen Sie als Hauptkategorie Ihre Facharztbezeichnung, so präzise wie möglich, also „Hautarzt" statt „Arzt". Die Hauptkategorie bestimmt maßgeblich, bei welchen Suchen Google Ihre Praxis überhaupt anzeigt.
Zusatzkategorien decken weitere Schwerpunkte ab, etwa „Allergologe" neben „Hautarzt". Weniger ist hier mehr: Jede Kategorie sollte eine Leistung beschreiben, die Sie wirklich anbieten.
| Statt | Besser |
|---|---|
| „Arzt" | „Frauenarzt und Geburtshelfer" |
| „Klinik" | „Facharzt für Orthopädie" |
| Fünf ähnliche Kategorien | Eine Hauptkategorie plus ein bis zwei echte Schwerpunkte |
Wie pflege ich Leistungen und Beschreibung richtig?
Tragen Sie jede Leistung, nach der Patienten aktiv suchen, einzeln im Bereich „Leistungen" ein und beschreiben Sie sie in ein bis zwei sachlichen Sätzen. „Schmerztherapie" oder „Akupunktur" kann Google so direkt mit passenden Suchanfragen verbinden.
Wichtig für Heilberufe: Bleiben Sie bei nüchternen Beschreibungen. Formulierungen wie „schmerzfrei", „garantiert" oder „die beste Behandlung" sind nicht nur unseriös, sie können nach Heilmittelwerbegesetz (HWG) und Wettbewerbsrecht abmahnfähig sein. Beschreiben Sie, was Sie tun, nicht, was Sie versprechen.
Was muss ich bei Öffnungszeiten und Feiertagen beachten?
Halten Sie die Öffnungszeiten exakt aktuell und tragen Sie Feiertage, Brückentage und Praxisurlaub vorab als Sonderzeiten ein. Nichts kostet mehr Vertrauen als ein Patient, der laut Google vor einer geöffneten Praxis steht und vor verschlossener Tür.
Zwei Details lohnen sich: Trennen Sie Sprechzeiten und Telefonzeiten, falls sie abweichen (die Beschreibung ist der richtige Ort für diesen Hinweis). Und prüfen Sie das Profil nach Vorschlägen von Nutzern, denn Google übernimmt Änderungsvorschläge teils automatisch, wenn niemand widerspricht.
Welche Fotos gehören in das Profil einer Arztpraxis?
Zeigen Sie echte, aktuelle Fotos: Eingang, Empfang, Wartezimmer und, wenn alle einverstanden sind, das Team. Ein Foto vom Eingang hilft Patienten ganz praktisch bei der Orientierung, Innenaufnahmen nehmen die Hemmschwelle vor dem ersten Besuch.
Verzichten Sie auf Stockfotos, die erkennt man sofort. Rechtlich gilt: schriftliche Einwilligung aller abgebildeten Mitarbeiter (Datenschutz), niemals erkennbare Patienten, keine Vorher-Nachher-Bilder. Letztere sind bei Schönheitsoperationen nach dem HWG ausdrücklich verboten und auch sonst riskant, sobald sie einen Behandlungserfolg suggerieren. Im Zweifel vorher juristisch prüfen lassen.
Wie gehe ich mit Google-Bewertungen HWG-konform um?
Kaufen Sie keine Bewertungen, belohnen Sie keine, und antworten Sie auf jede Bewertung sachlich, ohne auf die Behandlung einzugehen. Das ist die sichere Linie, alles andere ist riskant.
Konkret heißt das:
- Nicht kaufen, nicht incentivieren: Gekaufte oder mit Gutscheinen belohnte Bewertungen gelten als irreführend und sind abmahnfähig.
- Keine Vorauswahl: Nur erkennbar zufriedene Patienten um Bewertungen zu bitten, verzerrt das Bild und ist rechtlich heikel. Ein neutraler Hinweis an alle ist der sauberere Weg.
- Bewertungsbitten per E-Mail: Solche Bitten gelten rechtlich als Werbung und brauchen eine vorherige Einwilligung. Verschicken Sie sie nicht ungefragt als Serienmail.
- Schweigepflicht gilt auch online: Bestätigen Sie in Antworten nie, dass jemand Patient war, und nennen Sie keine Behandlungsdetails. Eine kurze, freundliche Standardantwort mit Gesprächsangebot per Telefon reicht.
- Unfaire Bewertungen: Löschung über Google beantragen statt öffentlich streiten.
Für Grenzfälle gilt: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung, lassen Sie strittige Fälle anwaltlich prüfen.
Lohnen sich Google-Beiträge für Arztpraxen?
Ja, als schwarzes Brett für Praktisches: Urlaubsvertretung, geänderte Sprechzeiten, Impfaktionen, neue Leistungen oder neue Teammitglieder. Beiträge zeigen Google und Patienten, dass das Profil lebt.
Als Werbekanal taugen sie dagegen nicht, hier gelten dieselben HWG-Grenzen wie überall: keine Erfolgsversprechen, keine Heilungszusagen. Ein kurzer, sachlicher Beitrag pro Monat ist ein realistischer Rhythmus, den eine Praxis neben dem Alltag durchhält.
Wer kümmert sich darum, wenn im Praxisalltag keine Zeit bleibt?
Entweder eine Person im Team mit festem Monatstermin, oder Sie geben es ab. Ich betreue bei Studio Ameziane Websites und Sichtbarkeit von Arztpraxen, zum Beispiel der-schlafdoktor.de, die Praxis-Website eines Palliativmediziners und Anästhesisten, deren Entwicklung ich über die Google Search Console messbar nachverfolge. Dazu gehört DSGVO-bewusstes Arbeiten mit EU-Hosting, und Sie erreichen immer direkt mich, keine Hotline, kein Ticketsystem. Laufende Betreuung gibt es als Sichtbarkeits-Betreuung ab 590 € im Monat, für mehr Pflegebedarf als Praxis-Partnerschaft zum individuellen Angebot.
Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Profil und Ihre Website heute stehen: Schicken Sie mir über das Formular kurz den Link zu Ihrem Profil oder Ihrer Website, ich schaue kostenlos und unverbindlich drauf. Ich sage Ihnen offen, welche Handgriffe sich bei Ihrem Profil lohnen und welche Sie sich sparen können.
Nächster Schritt
Ihre Website, einmal ehrlich eingeschätzt.
Nutzen Sie den kostenlosen Praxis-Website-Check: Sie schicken mir den Link zu Ihrer Website und Ihre E-Mail-Adresse, ich melde mich innerhalb eines Werktags mit einer persönlichen Ersteinschätzung.
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